zum Vergrößern auf  die Bilder klicken! Carlsdorf Geschichte:  				 Carlsdorf ist die älteste Hugenottensiedlung in Hessen. Sie wurde bereits in 1686, nach Plänen von Jean Paul Du Ry, dem Hofbaumeister des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel, gegründet. Dies war also gerade einmal ein halbes Jahr nach Antritt der Flucht aus Frankreich. Die Carlsdorfer Gründer verließen ihre Heimat auf Grund ihres protestantischen Glaubens, den sie dort, nach der Aufhebung des Toleranzediktes von Nantes, nur unter Gefahr für Leib und Seele hätten ausüben können. Die lange, mühevolle Reise und die Gründung von Carlsdorf war nur durch die Unterstützung des Landgrafen Carl, der Hofgeismarer Bürgerschaft, den Bewohnern der umliegenden Dörfer und den finanziellen Beihilfen aus Holland möglich geworden. Die Aufnahme der vielen Emigranten in Nordhessen, die Unterstützung und die geduldige, langsame Integration wurde durch die Freiheitskonzession vom 18. April 1685 des Landgrafen Carl abgesichert. Zunächst nahmen nur 12 Siedlerfamilien das Angebot an und bauten auf den angewiesenen Grundstücken ihre Häuser mit kleinen Wirtschaftsgebäuden. Die ersten Siedler kamen mit den “Brigaden Elsaß” und “Brigade Queyras”. Ihr geistlicher Begleiter war der Waldenserpfarrer David Clement aus der “Brigade Val Cluson”. Die Heimatorte der ersten Siedler waren über ganz Frankreich, dem heutigen Belgien und den Niederlanden verteilt. Aus dem Queyras (Dauphiné) stammten nur  drei Familien: Bellon, Martin und Morell. Die Anfangszeit war für die Siedler sehr schwer. Dies äußerte sich darin, dass schon fünf Jahre nach Gründung zehn Familien weiter nach Strasburg in der Uckermark (Brandenburg) zogen. Die nun frei gewordenen Siedlerhäuser und Ländereien wurden schnell durch Freunde und Verwandte der gebliebenen Queyrassiner  Familien eingenommen. Dies waren Mitglieder der folgenden Familien aus dem Queyras: Meyer, Challiol, Hugues, Martin-Tubiére, Puy und Isnel.  Um das Jahr 1700 war der Anteil der  aus dem Queyras stammenden Siedler auf über 60% angewachsen.  Heute: Die Integration der “Franzosen” dauerte über 200 Jahre. Sie hatten über viele Jahrzehnte eine eigene französische Verwaltung und es war Deutschen untersagt, sich in Carlsdorf nieder zu lassen. Erst nach dem gewonnen Krieg gegen Napoleon und der Verteibung von  Jérôme Bonapart (Bruder von Napoleon und König des Königreichs Westphalen) in 1813, wurde auf Anordnung in Carlsdorf nicht mehr Französisch gesprochen. Seit dieser Zeit hat sich Carlsdorf zu einem deutschen Dorf entwickelt. Durch Fleiß und Sparsamkeit erreichten die Carlsdorfer eine Gemarkungsgröße  von  beinah 500 ha.  In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts veränderte sich das Dorf von einer rein bäuerlichen, handwerklichen Struktur zu einer gemischten Form. In jüngster Zeit entstanden große  landwirtschaftliche Schweinezucht- und Mastbetriebe und es begann eine Umstellung auf Energiegewinnung (PV und Biogas). So kann Carlsdorf heute einen Ort mit 1000 Einwohnern mit Energie versorgen.  Weit mehr als die Hälfte der heutigen Einwohner haben ihren Arbeitsplatz außerhalb von Carlsdorf.  Seit der hessischen Gebietsreform in 1971 ist Carlsdorf ein Ortsteil der Stadt Hofgeismar.
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